Teil 1: Erste Eindrücke
Nachdem die Kollegen Ferner und Sauerborn bereits über den Einsatz eines iPads in ihren Kanzleien als eAkten Lesegerät und Hilfsmittel berichtet haben, konnte ich meine Finger ebenfalls nicht mehr ruhig halten und musste zugreifen.
Eigentlich hatte ich mich ja darauf eingestellt, bis zur angekündigten iPad Unterstützung durch Jurasoft mit Behelfslösungen auskommen zu müssen – doch weit gefehlt. “ra e lexbank” ist im iTunes Store erhältlich und bietet die Möglichkeit der einfachen und schnellen Synchronisierung der eAkte auf das iPad. Und das ganze funktioniert auch recht passable. Es fehlen leider noch Möglichkeiten, Lesezeichen und Kommentare in den PDF-Dateien zu hinterlegen, was z.B. in iAnnote viel besser geregelt ist, so dass ich vielleicht doch noch eine auf meinen Bedarf zugeschnittene Behelfslösung basteln werde. Aber der einfache Abgleich von Daten ist bisher ganz angenehm.
Dass die kostenlose ra e lexbank App noch verschiedene Gesetzestexte hinterlegt hat, verstärkt den guten Eindruck nur. Gleichwohl habe ich mich noch nicht entschieden, ob ich lieber auf Gesetze im Internet oder eben Lexbank zurückgreife.
Mehr und dezidierteres gibt es, wenn ich mehr Zeit mit dem iPad verbringen durfte.
Nachdem ich gestern meine ersten – verhaltenen – Eindrücke über die Anbindung von iPad an RA Micro hier geschrieben hatte, darf ich nunmehr meine Eindrücke ein wenig präzisieren. Auf die obigen drei Bilder darf ich insoweit hinweisen, die 1. die Übersicht über die Berechnungsprogramme, 2. Übersicht über die E-Akten am iPad und 3. eine E-Akte am iPad wiedergeben.
Die Grafische Gestaltung lehnt sich insoweit an ibooks an und gefällt. An den Berechnungsprogrammen gefällt mir sehr, dass ich damit alles wichtige immer vor Ort dabei haben kann. Die Bedienung ist eine Spur zu sehr an die Bedienung mit Maus angelehnt (kleine Felder zum Anklicken für Eingaben bei großem vorhandenem Daumen
), letztlich überwiegen aber die Vorzüge der (kostenlosen) immer- und überall Verfügbarkeit von Berechnungen.
Die E-Akte ist für mich das Herzstück von ra e lexbank: Immer und überall eine digitale Akte schnell und einfach bei der Hand haben.
Die Anordnung im iPad ist dabei innerhalb einer E-Akte chronologisch: Von rechts nach links und von oben nach unten. Horizontal angeordnet sind daher einzelne unterschiedliche Schreiben, vertikal angeordnet einzelne zusammengehörige Schreiben. Mit einem Fingerwisch nach unten scrolle ich also durch ein Dokument, während ich mit einem Fingerwisch nach rechts zum chronologisch nächsten Dokument scrolle. Das finde ich sehr schön gelöst. Am Bild oben sieht man dann noch das “Inhaltsverzeichnis”, mit dem ich schnell von einem zum anderen Schreiben innerhalb derselben Akte wechseln kann. Auch diese Funktion ist praktisch, benötigt aber letztlich eine präzise Verschlagwortung/Namensvergabe beim Scanvorgang.
Ein paar Mängel hat die E-Akte aber doch noch: Der Bildaufbau der PDF-Dokumente ist ein wenig langsam. Markierungsmöglichkeiten fehlen vollständig. Hier würde ich mir mehr Funktionalität, angelehnt an das hervorragende iAnnote, wünschen: Unterstreichungen und Kommentare sowie Bookmarks sind für den sinnvollen Einsatz im gerichtlichen Verfahren meiner Meinung nach unverzichtbar und sollten nachgeliefert werden. Ich werde diese Anregung einfach mal an RA Micro weitergeben, letztlich würde mir ein einfaches Zusammenspiel mit iAnnote auch ausreichen.
Der Sync-Vorgang geht einfach aus der DMS-Archiv heraus und dann via iTunes (wobei bei mir noch das Syncen des Outlook Kalenders klemmt, das scheint aber ein iTunes Problem zu sein.
RA Micro bietet dann noch Recherchemöglichkeiten an wie Adress- oder Creditreformanfragen.
Nachdem ich das iPad (den iPad?) aber hauptsächlich als E-Akten-Lesegerät sehe, werde ich diese Funktionen weniger oft benötigen.
Teil 3: WLAN Sync
Nur kurz, damit ich es nicht vergesse: Eben habe ich die App Lexbank in der Version 1.4 downloaden können. Vorteil: Zusammen mit der aktuellen RA Micro 7 Version kann man nun eAkten bequem ohne den Umweg über iTunes einfach per WLAN auf sein iPad laden – das vereinfacht den Umgang doch ungemein.
Bisher habe ich jedenfalls das iPad und Lexbank eher für Berechnungen und als Gesetzbuch verwendet insbesondere bei Beratungen bei Geschäftskunden vor Ort. Die eAkte führt bisher ein kleines Schattendasein. Ich denke, jetzt wird sich das ändern.
Teil 4: iPad als Notizblock
Schon lange habe ich nicht mehr über meine Erfahrungen mit iPad und RA-Micro berichtet, obwohl die letzte Änderung zur Jura Touch App wesentliche Neustrukturierung mit sich gebracht hat. Doch zur neuen Jura Touch App werde ich ein anderes Mal ausführen. Heute beschäftige ich mich mit dem iPad und einem Stift als Notizblock.
Ich habe inzwischen sehr viele Notizblock – Apps getestet, nachdem mir Apples “Notizen” App nicht gefällt. Das Feld ist hier so unüberschaubar, dass jeder nach seinen eigenen Präferenzen suchen und die App seine Wünsche verwenden kann. Ich habe Notebook, Notes plus, Bamboo Paper und Note Taker HD getestet und bin letztlich bei Letzterer geblieben. Das vergrößerte Handschriften-Mitschreibfeld, selbstmitrollend, ist eine echte Innovation und Arbeitserleichterung, die das Mitschreiben auf dem iPad in (leslicher) Handschrift erheblich erleichtert. Dadurch, dass dann alles kleiner gespeichert wird, steht vielen Notizen nichts mehr im Wege.
Dies und die vereinfachte Anlage von neuen Dokumenten (je Aktenvorgang) erleichtert mir den Arbeitsalltag ungemein.
Doch kann ein Ersetzen von Notizzetteln durch eine iPad-App nur dann sinnvoll erfolgen, wenn ein passender Stift zur Verfügung steht. Ich habe mich hier für Wacoms Bamboo Stylus entschieden. Dieser kommt dem Gefühl, von der Stärke und den Abmessungen einem Stift am ehesten nahe. Er liegt angenehm in der Hand, damit kann ich selbst kleine oder große Objekte gut schreiben oder zeichnen.
Doch warum Papier und Stift elektronisch ersetzen? Wer kennt nicht das Problem der ewigen Suche nach handschriftlichen Notizen? Ein suchen führt immer zu weiteren Vermisstenfällen. Dem ist mit einem elektronischen Notizblock nicht so. Nichts geht verloren, Mitschriften sind schnell duplizierbar, alles bleibt zusammen und kann der elektronischen Akte einfach zugeordnet werden.
Noch hat der elektronischen Notizblock den Papierenen nicht abgelöst bei mir. Immer öfter ersetzt er diesen aber.
Mehr dann demnächst.



